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Die 1. Herren in fachfremden Gefilden

Geschrieben von Kent. Veröffentlicht in Herren

Als Erinnerung aus der frühen Kindheit lässt das Deutsche Sportabzeichen so manchem Sportler den Angstschweiß auf die Stirn perlen.

Seit ein paar Jahren kommt unsere erste Herren (dieses Jahr unterstützt von der A-Jugend) alljährlich während der Saisonvorbereitung in den Genuss dieses in der Sportkultur tief verwurzelten Kräftemessens. 

Nun, als es damals noch einfach war mit der 50:50 Chance - bestehen oder nicht, hat sich bis heute die Rangordnung Bronze - Silber - Gold etabliert.
Wer die Herren kennt, der weiß aber, dass sich trotz dieser neuen Stufenregelung nichts an der 50:50 Chance ändert - Gold oder nichts. 

Go for Gold also das Motto des doch recht sportlich temperierten Mittsommerdienstag auf dem Bargteheider Olympiagelände.

Ob die Radfahrt zum Sportplatz schon mal für den Langlauf angerechnet werden kann, war die erste Frage, die die beiden Offiziellen des TSV inhaltlich von ihrer Vorbereitung ablenkte. 
Sichtlich bemüht, den gänzlich unvorbereiteten Hochleistungssportlern der ersten Herren das Reglement zu erklären und den Platz zu präparieren, geht an dieser Stelle vorweg der Dank an die Zeitnehmer für den erneuten Einsatz und die Ausdauer im Umgang mit unserer Handballvertretung.

Die ersten Jubelschreie ertönten aus Christian und Ingo’s Ecke, als im Rahmen des Einlesens ersichtlich wurde, dass ab der Altersklasse 40+ nur noch 50 Meter gesprintet werden musste, nicht mehr 100.
Und obwohl beide erst letztes Jahr ihren 30. Geburtstag feierten, schafften sie es irgendwie zu Joerg und Tim mit Tochter Karolin in die Startlisten des 50 Meter Sprints.

Als erste Disziplin stand eben dieser Sprint auf der Tagesordnung. 

An den Startblöcken ergab sich ein gemischtes Bild. 
Während der eine mit Spikes gedopt im Kopf Mal um Mal die Stimme von Bela Rethy zu Usain Bolts geschichtsträchtigen 9,58s Weltrekordsprint in Berlin 2009 durchging und sich Dressurpferdartig einzulaufen begann, wurde an anderer Stelle darüber philosophiert, ab wie viel Metern sich so ein Startblock überhaupt lohnt und ob man lieber Barfuß oder Beschuht laufen sollte. 
Fragen über Fragen - Platz 1 in dieser Disziplin ging an Lasse, der mit 12,5s die Tagesbestzeit auf das Geläuf zimmerte (Mit - und nur deswegen- Spikes).

Weiter ging es zur Krafteinheit. 
Mehrheitlich wurde beschlossen, dass in dieser Kategorie der Medizinballweitwurf die am ehesten erfolgversprechende Disziplin sei. 
Um die 11 Meter waren das Ziel auf unserer Road to Gold und als erfahrene Handballmannschaft natürlich für die meisten überhaupt kein Problem. 
Lediglich ein paar wenige Mathe und Physik-Asse unserer Mannschaft lieferten sich einen heißen Kampf mit der exakten Berechnung des richtigen Wurfwinkels und traten mehrmals an. Festzuhalten ist dabei

Strecke = (Schwung + Masse) x Gewalt hoch 2.

Bestmarke in dieser Disziplin: ca. 19,0 m 
 
Weiter zur Koordination.
Dass das bei uns nichts wird, sagt bereits der Name. Es standen zur Wahl: Weitsprung, Hochsprung, Schleuderball und Seilspringen (!?).
Allesamt mit beachtlichen Mindestanforderungen bestückt, führten die Disziplinen dazu, allmählich von der Road to Gold in die silberne Seitenstraße abzubiegen, beziehungsweise den Weg zum Ziel zu erklären.
 
Lichtblicke waren hier sowohl Hoffi, der den Ball zwar nicht weit, dafür aber enorm hoch schleuderte und Lasse, der beim Weitsprung nach 28 Fehlversuchen wegen Übertritts schlussendlich die Tagesbestmarke von 5,17 m in die Sandkiste drückte. Bei einer solchen Weite kann man sich im nächsten Spiel durchaus den Wurf sparen und einfach mit Ball ins Tor springen (Strategiewechsel in der Vorbereitungszeit sind bei uns nicht unüblich).
 
Schlussendlich brachten die Werte uns aber überhaupt nichts für unser goldenes Ziel, sollte der 3000 Meter Lauf (bei den meisten) nicht zumindest in unter 15 Minuten beendet werden. 
 
Und hier trennte sich dann, bei der letzten Disziplin, die Spreu vom Weizen. 
Während Rasierklinge innerhalb von 12 Minuten allen zeigte, warum das Wegrennen nach dem Steine-auf-Polizeiautos-Schmeißen nicht nur ermittlungstaktische Gründe hat, sondern durchaus als vollwertiges Training angesehen werden kann, versuchte der überwiegende Teil der Mannschaft ihren Mittagstisch nicht entgegen der Schwerkraft auf der Tartanbahn zu verlieren.
 
Schlussendlich kamen aber auch bei dieser Disziplin alle ins Ziel und der Abend kann somit im Ganzen als Erfolg gewertet werden. Mit einer klitzekleinen Ausnahme schafften alle mindestens die Silbermedaille. 

Bestanden haben alle und somit zählt am Ende doch wieder nur eins: 50:50 - bestanden oder nicht. Und so schließt sich dann der Kreis auch wieder. 

Während im letzten Licht der Abendsonne der Sportplatz, nach diesem sportlich aufregenden Abend, in romantisch rotem Licht verschwand, hörte man noch aus der Ferne das zufriedene Gelächter der Mannschaft, obgleich angesichts der mangelhaften Getränkeauswahl in der Euphorie gedämpft. 
Christian, der weiterhin zu erklären versuchte, dass der 50 Meter Sprint, aufgrund der geringeren Strecke, viel schwieriger sei als 100 Meter und Joern, der hoch und heilig versprach, sobald die Zerrung im Oberschenkel auskuriert ist, ganz bestimmt das Abzeichen selbstständig nachzuholen. 

In diesem Sinne weiterhin eine schöne Sommerpause / Vorbereitungszeit auch an die Nachbarstädte und bis bald von der 1. Herren. 

seit 11.06.2007!