21.04.2019 wJD-1 erkämpft im Haifischbecken von Holstebro Silber im B-Pokal

Geschrieben von Jan zF. Veröffentlicht in WJD-1

Nach der Saison ist vor den Turnieren – das ist im Handball Gesetz. Gesetzen muss man Folge leisten und so machte sich die WJD 1 leicht ersatzgeschwächt gemeinsam mit der WJA, WJB, WJC, WJE1, WJE 2 sowie MJD 1, MJE 1 und MJE 2 am Gründonnerstag auf den Weg nach Holstebro. Bereits die Hinfahrt muss durchaus ereignisreich gewesen sein – so wurde es mir unter dem Stichwort „Organspende für Elefanten in Afrika“ (Insider) zumindest zugetragen. Die Stimmung jedenfalls war gut als die Nachhut am Abend im UCH in Holstebro eintraf und man konnte den Abend relativ entspannt ausklingen lassen. Am Freitagmorgen meinte es der Spielplan gut mit uns, denn unser erstes Spiel stand erst um 10:30 Uhr an. So konnten wir uns nach dem Frühstück in Ruhe auf den Weg in die Skave Hallen machen. Leider lagen diese etwas außerhalb, sodass wir relativ weite Wege zu den Spielorten der anderen Mannschaften hatten. Trotzdem schafften wir es mit Turnierverlauf Spiele der MJD 1, MJE 1, WJE 1 und WJE 2 anzusehen und diese Mannschaften zu unterstützen. Die Payback-Time hierfür sollte später im Turnier kommen – mehr dazu im unteren Teil des Berichts.

Als ersten Gegner sah der Spielplan die HC Treia/Jübek II vor. Wir konnten dieses Spiel ohne Probleme und mit der Unterstützung der MJE 1 (Vielen Dank!) deutlich mit 5:20 für uns entscheiden und bereits in diesem Spiel allen Spielerinnen Spielanteile verschaffen. Nach dem Spiel hatten wir eine 3-stündige Pause, die wir bei herrlichstem Kaiserwetter auf der Wiese vor der Halle verbringen konnten. Leider fiel es uns vor dem zweiten Spiel gegen Hvidovre IF II sichtlich schwer, wieder in die Gänge zu kommen. Unser Aufwärmprogramm sah aus, als würde man sich auf den Weg zum Kaffeeklatsch machen wollen. Die Däninnen hingegen betraten die Aufwärmhalle und brannten ein Feuerwerk ab. Einen „Generalanschiss“ später, bei dem ein Vortrag über den Begriff „aufwärmen“ gehalten wurde, hatte sich die Intensität unseres eigenen Aufwärmprogramms um ca. 150 % gesteigert. Die Ansage hatte also gesessen und wurde für den Rest des Turniers verinnerlicht. Das anschließende Spiel war sehr eng. Keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen. Wir hatten Probleme mit den kleinen, flinken Gegnerinnen und konnten erst in zweifacher Unterzahl den Hebel so richtig umlegen. Am Ende siegten wir durch eine Mischung aus Matchglück und dem stärkeren Willen mit 14:13. Nach dem Spiel machten wir uns auf den Weg, um die MJE 1 in den Stadionhallen zu unterstützen, bevor wir zum Abendessen in unsere Unterkunft fuhren. Nach einer Portion Fleischbällchen mit Reis und einem kurzen Power nap machten wir uns wieder auf den Weg nach Skave, wo es in unserem letzten Gruppenspiel gegen Helsingør Håndbold I um den Gruppensieg ging. Wir kämpften gegen den körperlich stärkeren Gegner bis zum Ende und verloren am Ende unglücklich mit 10:11 gegen sieben Däninnen und einen Dänen. Durch die Ergebnisse in der Gruppe hatten wir uns den Einzug in den B-Pokal gesichert, der am Samstag stattfinden sollte. Unsere Gegner dort hießen HSG Tills Löwen II und Odder Håndbold I - beides Gruppenzweite aus anderen Vorrundengruppen. Am Samstag mussten wir das erste Spiel bereits um 8:30 Uhr bestreiten und dafür wieder in die Skave Hallen fahren. Die Herausforderung war es, bereits zu dieser frühen Stunde wach zu sein. Wir kamen gut in das Spiel und dominierten die erste Halbzeit. In Halbzeit 2 spielten wir in exklusiver Aufstellung, wodurch wir etwas in Stocken kamen und verloren in der Abwehr etwas die Körperspannung. Trotzdem war der Sieg nie gefährdet und wir gewannen am Ende souverän mit 15:3. Eine 3-stündige Pause später ging es gegen Odder Håndbold I um den Einzug ins B-Pokal Halbfinale. Vor dem Spiel wurde vom Trainerteam eine Portion Pommes-Schranke für die gesamte Mannschaft für den Halbfinaleinzug ausgelobt. Bisher wurden wir jedes Mal von unserer Mannschaft für solche Versprechungen bestraft (Eis beim Turniersieg in Ahrensburg und blaue Haare beim Turniersieg bei der HSG Tills Löwen) und so sollte es auch dieses Mal wieder laufen. Um ehrlich zu sein fehlen mir die Erinnerungen an dieses Spiel komplett. Aber eines ist sicher: Wir gewannen es mit 12:8 und standen somit im Halbfinale. Nach der verdienten warmen Dusche fuhren wir zur Unterstützung zum Spiel der MJD 1, die uns am Morgen gegen die HSG Tills Löwen II unterstützt hatten (Vielen Dank!). Anschließend gab es Abendessen bevor es zum EHF Cup Spiel der Männer zwischen Holstebro und Tatabanya (HUN) in der Gråkjær Arena ging, wofür es vom Turnierveranstalter für die Teilnehmer freien Eintritt (eine super Sache!) gab.

Holstebro-1
Holstebro-1

Der Rückweg wurde zu Fuß angetreten und nach kurzer Analyse des bereits Erreichten, was mit den sehr sarkastischen Worten „Oha, wir sind voll Premium“ quittiert wurde, konnte noch ein Abstecher zur goldenen Möwe gemacht werden, was dafür sorgte, dass die „Pommes-Schranke Schulden“ des Trainerteams bei der Mannschaft beglichen werden konnten.

Holstebro-2
Holstebro-2

Bereits zu diesem Zeitpunkt des Turniers hatten wir unser Ziel (Einzug in den B-Pokal) durch eine hervorragende Mannschaftsleistung, die von einem dänischen Zuschauer mit dem Motto „Vorsprung durch Technik“ quittiert wurde, und eine herausragende Torhüterin (mit einer bis dahin geschätzten Save-Quote von 40-50 %) mehr als erreicht. Außerdem konnte sich bereits zu diesem Zeitpunkt ausnahmslos jede Spielerin in der Torschützenliste eintragen. Auch die Abwehr stand von Spiel zu Spiel immer besser und passte sich an die defensivere skandinavische Spielweise an.

Was am Sonntag folgte war also nur noch Bonus, aber wer im Halbfinale steht will eben auch das Finale erreichen. Wir starteten den Sonntag, indem wir die WJE 1 und die MJE 1 in ihren Finalrunden in Mejrup unterstützen. Wir selbst sollten um 11:00 Uhr in den Stadionhallen (der aufmerksame Leser erinnert sich – die Halle, in der die MJE am Freitag spielte) spielen. Bereits bei unserer Ankunft dort stellten wir fest, dass man eine komplette Spielrunde im Verzug war. Vielleicht war dies unser Glück, denn um 11:30 Uhr waren wir als letzte bargteheider Mannschaft noch im Turnier vertreten. Wir schafften es, die Spannung hochzuhalten und registrierten, dass nach und nach alle(!) anderen bargteheider Mannschaften an den Stadionhallen ankamen. Vielen Dank an die WJA, die uns für das Aufwärmen vor dem Halbfinale und Finale musikalische Unterstützung zukommen ließ. Nun konnte es losgehen. Der Gegner hieß Önnereds hk II. Eine Mannschaft, die körperlich im Schnitt ungefähr auf unserem Niveau war, aber vereinzelt auch körperlich starke Spielerinnen in ihren Reihen hatte. Uns war klar, dass es nicht leicht werden würde, aber der TSV Bargteheide hatte die Halle fest in eigener Hand und unterstützte uns während des gesamten Spiels in überragender Manier. So konnten wir uns nach knapper erster Halbzeit im Verlauf der zweiten Spielhälfte leicht absetzen und in der Abwehr den einen oder anderen leichten Ball gewinnen, den wir im Tempogegenstoß  versenken konnten. Auch alle Siebenmeter konnten Tessa und Noemy im gegnerischen Gehäuse unterbringen. Die gesamte Halle brannte, was unsere Mannschaft nur noch mehr anstachelte und dafür sorgte, dass in der Deckung größtenteils Beton angerührt wurde. Lediglich die gegnerische Rückraummitte war noch in der Lage im 1:1 durchzubrechen und Tore zu erzielen. Bis zum Spielende konnten wir uns auf 20:14 absetzen, aber das Ergebnis sah am Ende deutlicher aus, als das Spiel es war. Nach dem Abpfiff brach grenzenloser Jubel aus der Mannschaft heraus. Was dann folgte ist mit Worten nur ganz schwer zu beschreiben und eigentlich muss man dabei gewesen sein, um es zu verstehen. Der gesamte bargteheider Anhang stellte sich auf dem Spielfeld in einer riesigen Schlange auf und klatschte mit der gesamten Mannschaft ab – eine schier endlose Schlange, was nicht nur einige Spielerinnen mit den Tränen kämpfen ließ. Die Bargteheider feierten die Mannschaft (die es sich durch eine bockstarke Leistung verdient hatte), als hätte man gerade das Finale gewonnen. Das war ganz großes Kino und so etwas habe ich persönlich vorher noch nie erlebt. Genau das war die zu Beginn des Berichts erwähnte Payback-Time. VIELEN DANK dafür an alle Bargteheider, die in der Halle waren und uns so grandios unterstützt haben!!!

Doch damit noch nicht genug: Der gesamte bargteheider Tross machte sich anschließend mit den Bussen auf den Weg nach Mejrup, um uns dort im Finale gegen Hvidovre IF I zu unterstützen. Wir versuchten noch einmal den gesamten Fokus auf das Finalspiel zu legen und gaben alles, was wir noch im Tank hatten, aber der Gegner war trotz der erneut megamäßigen Unterstützung übermächtig und gegen die durchgängig körperlich überlegenen Däninnen und ihre massive 6:0 Deckung hatten wir nicht viel zu bestellen. Wir taten, was wir konnten und gaben vor allem nicht auf. Am Ende verloren wir das Finale auch in der Höhe verdient mit 8:20 und wurden trotzdem von unserem Anhang gefeiert. Herzlichen Glückwunsch an Hvidovre zum Turniersieg. Das was an diesem Sonntag passierte ist für mich die Definition von „Verein“. Nach kurzer Enttäuschung konnten sich schon sehr bald alle über die errungene Silbermedaille freuen und das Finalspiel gedanklich ausklammern. Insgesamt ein super Abschluss des Turniers bevor wir gesammelt die Heimreise antreten konnten. Vielen Dank an alle Beteiligten – ob Spieler(innen), Trainer, Eltern, Fans, Busfahrer, Organisatoren oder wer auch immer, die dieses Event möglich gemacht haben.

Holstebro-3
Holstebro-3

Die Ergebnisse in der Übersicht:

Gruppenspiele

  1. HC Treia/Jübek II – TSV Bargteheide                                            5:20
  2. TSV Bargteheide – Hvidovre IF II (DK)                                         14:13
  3. Helsingør Håndbold I (DK) – TSV Bargteheide                             11:10

Playoff Gruppe B-Pokal

  1. TSV Bargteheide – HSG Tills Löwen 08 II                                     15:3
  2. Odder Håndbold I (DK) – TSV Bargteheide                                   8:12

B-Pokal Halbfinale

TSV Bargteheide – Önnereds hk II (SE)                                                         20:14

B-Pokal Finale

Hvidovre IF I (DK) – TSV Bargteheide                                                             20:8

 Spielerinnen: Maxi, Jule (wenn auch nicht aktiv), Lian, Caro, Tessa, Greta, Celine, Anna-Léna, Svea, Noemy und Emilia

Wir lassen das Geschehene jetzt kurz sacken, bevor wir in zwei Wochen ein Teambuilding-Wochenende in Heidkate ohne Handball aber mit viel zwischenmenschlicher Interaktion verbringen werden und am Wochenende darauf in der Vereinshalle von Lübeck 1876 (Travemünder Allee 69e, 23568 Lübeck) als WJC in der SH Liga Qualifikation an den Start gehen. Dort ist folgender Spielplan vorgesehen:

Samstag, 11.05.:

10:30 Uhr – Lübeck 1876

13:00 Uhr – MTV Lübeck

15:30 Uhr – ATSV Stockelsdorf

17:30 Uhr – VfL Bad Schwartau

Sonntag, 12.05.:

10:00 Uhr – HSG Tills Löwen

12:30 Uhr – HSG Ostsee

14:30 Uhr – SV Henstedt/Ulzburg

17:30 Uhr – HSG Wagrien

Wir würden uns über jede Unterstützung freuen!