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mE2 auf großer Fahrt nach Dänemark

Geschrieben von Swen. Veröffentlicht in MJE-2

Zusammen mit acht anderen Mannschaften aus Bargteheide wagte auch die mE2 die Teilnahme am größten Jugend-Handball-Turnier Dänemarks in Holstebro. Allein für die männliche E-Jugend hatten 40 Mannschaften gemeldet. Nach einer Vorrunde (in einer Vierergruppe) wurden dann ein A-Pokal-Turnier (für die Besten), ein B-Pokal-Turnier (für die Gruppenzweiten) und ein C-Pokal-Turnier für alle anderen gespielt … aber der Reihe nach.

Ausgestattet mit neuen einheitlichen Hoodis (Vielen Dank an Matthias Hägermann) starteten wir am Gründonnerstag um 9:00 Uhr ab Bargteheide. Zehn Jungs im Alter von 7 bis 10 Jahren waren dabei – also wie immer ein komplett jüngerer Jahrgang mit insgesamt 4 Minis. Kjell, Phil, Lennox, Thor, Tjark, Leif, Olivier, Anton, Simon und Emil. Die erste große Reise war für alle natürlich sehr aufregend. Nach einem Zwischenstopp kurz vor der dänischen Grenze erreichten wir Holstebro gegen 15:30 Uhr und bezogen unser Quartier.

Übernachtet wurde in einem Klassenzimmer und so unterschiedlich die Jungs sind, so unterschiedlich waren sie auch ausgestattet. Einige mit großen, breiten „Luft-Betten“, andere mit schmalen Isomatten, aber der Raum war groß genug für alle. Schnell breitete sich überall ein totales Chaos aus und die Klamotten lagen wild durcheinander – aber so ist das wohl bei Jungs … Der Raum grenzte direkt an eine Rasenfläche, die in quasi in jeder freien Minute zum Spielen und Toben genutzt wurde.

Da am nächsten Morgen das Turnier sehr früh beginnen sollte, war der Abend nicht allzu lang und gegen 21:00 Uhr riefen wir die Jungs rein und schickten sie zum Zähneputzen. Unser Jüngster (Olivier) erklärte uns dann in voller Überzeugung, dass er keine Zahnbürste hätte … die hätte nur sein Bruder und sie würden sich immer eine Zahnbürste teilen ... Aha ! … gesagt, getan – auf ins Nebenzimmer und die Zahnbürste des großen Bruders geholt und Zähne geputzt … wie sich tags darauf rausstellte hatte Olivier natürlich eine eigene Kulturtasche mit Zahnbürste dabei, davon wusste er aber wohl nichts … auf jeden Fall hatten wir alle unseren Spaß. Um 21:30 Uhr lagen dann alle im Bett und es war tatsächlich sofort still – die Jungs waren schon jetzt ziemlich kaputt.

Am nächsten Morgen weckten wir die Jungs um 5:50 Uhr und bereits um 6:00 Uhr waren alle auf und beim Zähneputzen. Das hat an allen drei Tagen wirklich toll funktioniert. Danach anziehen, frühstücken, Tasche packen und los, um 7:00 Uhr fuhr unser Bus nach Vemb (30 Minuten Fahrzeit) unserem ersten Spielort. Wie überall in Dänemark auch hier tolle Sportanlagen und eine super Handballhalle – übrigens ohne störende Linien für andere Sportarten.

Wie stark würde unsere Gruppe sein? Wie würden wir uns schlagen? Wie kommen wir mit der anderen Art Handball zu spielen in Dänemark klar? Die Tore waren zwar auch abgehängt, aber nicht so stark wie bei uns … die Bälle sind wirklich aufgepumpt und nicht so lasch wie bei uns üblich … die Schiedsrichter pfeifen etwas anders … gespielt wird in der E-Jugend mit nur 5 Feldspielern, damit genug Platz da ist … und statt Manndeckung spielen die Dänen in der E-Jugend eine komplett defensive Abwehr (alle hinten am Kreis und die Arme hoch) – während bei uns also kleine, wendige, schnelle Spieler im Vorteil sind, haben große und sprungstarke Spieler in Dänemark erhebliche Vorteile. Dazu kommt, dass die allermeisten Mannschaften in Dänemark bereits in der E-Jugend feste Torhüter haben, die meistens schon weit sind und oft sehr schwer zu überwinden waren.

Freitag, 08:00 Uhr gegen Hvidovre IF 1. / Ergebnis 5:23

Die Vorzeichen waren also klar und bereits im ersten Spiel wurden wir nach unseren tollen Leistungen in der Saison auf den harten Boden der dänischen Realität zurückgeholt. Die Jungs aus der Nähe von Kopenhagen waren uns in allen Belangen überlegen. Zudem zögern wir immer wieder vor dem Tor, gingen nicht in die Zweikämpfe und kamen nur zu Gelegenheits- oder Verzweiflungswürfen. Tja, so ist das hier in Holstebro – als jüngerer Jahrgang kann man viel lernen, aber nichts wirklich gewinnen. Die Niederlage nach 2x14 Minuten war damit auch in der Höhe verdient. Hvidovre IF 1. wurde in unserer Gruppe später Erster und gelangte im weiteren Turnierverlauf bis in Halbfinale des A-Pokals, in dem sie dem späteren Turniersieger (Mejdal-Halgard 1.) knapp unterlagen. Wir hatten also unseren ersten Auftritt gleich gegen eines der Top-Teams des Turniers.

Freitag, 12:00 Uhr gegen Mejdal-Halgard 2. / Ergebnis 9:14

Vier Stunden und einen Ausflug zu unserer wE1 später, folgte ein deutlich beherzterer Auftritt gegen ein Team aus einem Vorort von Holstebro. Wir spielten eine tolle erste Hälfte und lagen zur Pause tatsächlich mit 8:7 in Front. Doch auch hier zeigte sich wieder, dass in Dänemark die Dinge anders laufen … Mejdal spielte nun deutlich körperbetonter in der Abwehr und unsere Jungs merkten schnell, dass Handball auch mal weh tut. Hiervon beeindruckt gelang uns nicht mehr viel, aber trotzdem hatten wir viel Spaß und einiges gelernt. Mejdal-Halgard 2. wurde in unserer Gruppe Dritter und erreichte im weiteren Turnierverlauf das Halbfinale im C-Pokal.

Freitag, 16:30 Uhr gegen HØJ 1. / Ergebnis 7:19

Weitere gut vier Stunden Pause, die wir mit Mittagessen und – bei bestem Wetter – mit Fussball und Handball auf den tollen Rasen- und Kunstrasensportplätzen vor der Halle nutzten. Trotz der ersten Niederlagen gingen wir mit viel Elan in unser letztes Vorrundenspiel gegen HØJ 1. (Ølstykke – Nord/Westlich von Kopenhagen). Doch auch hier war schnell klar, dass die Trauben noch zu hoch hängen. Wieder war der Gegner körperlich und technisch überlegen und wieder bissen wir uns an der defensiven Deckung die Zähne aus. HØJ 1. wurde Gruppenzweiter und erreichte im B-Pokal das Halbfinale, das gegen den Lokalmatador aus Holstebro knapp verloren ging.

Alle unsere Gruppengegner erreichten im späteren Turnierverlauf also jeweils das Halbfinale. Eine schwerere Vorrundengruppe hätten wir also kaum haben können. Als Vierter sollten wir am Samstag dann also C-Pokal spielen, so wie auch unsere mE1 und weitere fünf Mannschaften aus Bargteheide. Lediglich die wB (A-Pokal) und die wD (B-Pokal) konnten sich gegen die starke dänische Konkurrenz erwehren und sich für höhere Aufgaben qualifizieren.

Nach dem Abendessen wurde wieder in großer Runde gespielt und getobt. Gerade dieses ungezwungene Miteinander aller Bargteheider Mannschaften ist das besondere an diesen Reisen und auch unabhängig von sportlichen Ergebnissen aller Mühen wert. Wieder waren die Jungs absolut vorbildlich, was Nachtruhe und morgendliches Aufstehen anging. Das habe ich so noch von keiner Mannschaft erlebt – einfach tolle Jungs.

Samstag, 08:30 Uhr gegen Amager SK 2. / Ergebnis 8:13

Das war nix! Wie am Tag zuvor früh raus und mit dem Bus in die Halle. Wir waren hochmotiviert und wollten unseren ersten Sieg. Doch anstatt an die Leistungen des Vortags anzuknüpfen gelang einfach gar nix. Gegen einen wirklich schlagbaren Gegner (aus einem Stadtteil im Süden von Kopenhagen) erreichte keiner unserer Spieler eine ansprechende Leistung … das war gar nix! Vermutlich waren die Jungs total platt vom Vortag – sie hatten ja auch jede freie Minute zum spielen und toben genutzt (bis Abends um halb zehn). Danach gab es in der Kabine eine klare Ansage und mehrere Einzelgespräche – schließlich waren wir zum Handballspielen hier und nicht auf einer Butterfahrt.

Samstag, 12:00 Uhr gegen Fureso Vaerlose 2. / Ergebnis 10:5 SIEG !

Hurra, der erste Sieg. Wir hatten die Zeit genutzt, um uns zu erholen und um wach zu werden. Die Jungs setzten endlich das gesagte um und machten ein ordentliches Spiel. Zum ersten Mal in diesen Tagen hatten wir Trainer das Gefühl, dass wir handballerisch angekommen sind. Nicht hochklassig aber konzentriert und erfolgreich. Der Jubel war erlösend und setzte neue Energie frei. Okay, der Gegner aus der Nähe von Kopenhagen war nicht sonderlich stark, aber trotzdem waren wir hochzufrieden.

Samstag, 15:30 Uhr gegen Brondby Kopenhagen 1. / Ergebnis 9:11

Nur der Gruppensieger dieser Zwischenrunde kommt weiter und steht im Halbfinale des C-Pokals und tatsächlich hatten wir plötzlich noch diese Chance. Brondby hatte beide Spiele deutlich gewonnen, aber trotzdem hätte uns ein Sieg gereicht und wir wären Gruppensieger – soweit die Theorie. Beflügelt von unserem ersten Sieg wuchsen die Jungs über sich hinaus. Besonders Emil mit drei Toren und zwei Assist`s im Positions-Angriff, Phil mit vier Toren (davon drei im Gegenstoß) und Kjell im Tor wuchsen über sich hinaus. Zudem holten Simon, Leif und Phil zusammen drei Siebenmeter raus, von denen wir leider nur einen ins Tor brachten … Schade, wenn hier die Ausbeute besser gewesen wäre … aber ein Siebenmeter ist eben doch was anderes, als ein Penalty … Auch die anderen Spieler fügten sich toll in das Mannschaftsgefüge ein und alle hatten ihren Anteil an diesem großartigen Spiel.

Trotz einiger Ballverluste, überhasteter Abschlüsse und fehlendem Blick für die Mitspieler – Jungs, das war das beste Spiel, dass ich jemals von Euch gesehen habe. Wir waren mit Brondby Kopenhagen auf Augenhöhe !!! Brondby unterlag im Weiteren erst im Endspiel des C-Pokals, was unsere Leistung nochmals aufwertet. Allein für dieses Spiel und die Entwicklung an diesem Samstag war es rein sportlich den ganzen Aufwand wert. Im nächsten Jahr wollen wir mehr! Das Ziel für Holstebro 2020 ist klar: Wir wollen einen Gruppensieg in der Vorrunde und ein T-Shirt mit der Aufschrift „PULJEVINDER“. Dass dies auch für Deutsche möglich ist haben in der männlichen E-Jugend in diesem Jahr die SG Hamburg-Nord, die Mecklenburger Stiere Schwerin, der TH Eilbeck, die HSG Fockbek/Nübbel und die HSG Eider Harde gezeigt.

Nach diesem unserem eigenen sportlichen Highlight folgte ein weiteres … wir hatten Freikarten für das EHF-Viertelfinalspiel der Männer des TTH Holstebro gegen Tatabanya (Ungarn). Toller Sport auf international hohem Niveau und auch hier konnten sich die Jungs noch einiges abgucken.

Der abendliche Disco-Besuch rundete einen vollkommen gelungenen Turniertag ab und die Jungs fielen gegen 23:30 Uhr völlig erschlagen ins Bett. Leider war Sonntag dann nichts mit ausschlafen. Aufstehen, alle Sachen packen, die Reisetaschen in den Flur stellen, frühstücken und um 07:00 Uhr schon mit der wE1 und der mE1 im Bus Richtung Mejrup, um beide Teams bei Ihren KO-Spielen in den Finalrunden im C-Pokal lautstark zu unterstützen. Ein weiterer langer Tag in der Handballhalle (diese Tage sind übrigens nie verschenkt) mit schlafen auf dem Hallenboden, viel anfeuern und einigen HotDogs fand mit dem B-Pokal-Endspiel der wD (leider verloren) sein Ende. Die Rückfahrt haben viele Jungs dann in großen Teilen verschlafen.

Vielen lieben Dank an alle Jungs, das war wirklich eine tolle Ausfahrt und mir hat das mit Euch unheimlich viel Spaß gemacht. Ich denke neben dem Spaß haben wir alle viel gelernt und wir wissen jetzt, dass die HG Lauenburg/Stormarn nicht das Maß im Handballsport ist, mit dem wir uns messen wollen. Alle Jungs haben spontan gesagt, dass sie nächstes Jahr wieder mitwollen – also bis Ostern 2020 – dann wieder in Holstebro, ich freue mich drauf.

seit 11.06.2007!